Montag, 13. September 2010 von Fabian Zille
Die Wahl seines Mobilfunkanbieters sollte man sich lieber zweimal durch den Kopf gehen lassen, schließlich muss man sich in Deutschland in der Regel noch immer für 24 Monate an den Vertragspartner binden und möchte daher ungern negativ überrascht werden. In diesem Eintrag beschreibe ich, wie ich in dieser Frage zu einer Entscheidung gekommen bin. Vielleicht hilft das ja dem ein oder anderen bei der Qual der Wahl.
Zur Zeit bin ich mehr oder weniger zufriedener Kunde von E-Plus. Da sich mein Vertrag aber seit einigen Tagen ca. sechs Monate vor dem Ende der Mindestlaufzeit befindet, stellt sich mal wieder die Frage der Anbieterwahl. Warum ich mich mit diesem Thema schon so früh beschäftige, hat den einfachen Grund, dass bei E-Plus ein sog. „Treueangebot” eben ab den besagten sechs Monaten vor Ende der Mindestlaufzeit möglich ist. Dieses Treueangebot besteht bei E-Plus selber aus einer Vertragsverlängerung entweder in Verbindung mit einer Gutschrift in Höhe von 210,- EUR oder einem neuen Mobiltelefon. Alternativ ist auch ein Wechsel zu BASE möglich.
Da ich mit meinem aktuellen Tarif nicht mehr wirklich zufrieden bin und an einem subventionierten Endgerät sowieso kein Interesse besteht, kommt eine Verlängerung bei E-Plus also nicht in Frage. BASE gefällt mir von der Tarifstruktur und Preisgestaltung sehr gut, denn Flexibilität ist mir bei Mobilfunktarifen sehr wichtig. Grundsätzlich könnte man den monatlichen Basispreis bei BASE auf 0,- EUR reduzieren, allerdings wird dann nach drei aufeinanderfolgenden Monaten der Inaktivität ein Anschlusspreis in Höhe von 25,- EUR berechnet. Aus den Fußnoten auf der Webseite geht nicht hervor, ob dieser Anschlusspreis, wie üblich, nur einmalig oder monatlich berechnet wird. Da dieses Szenario bei mir aber ohnehin nicht eintritt, habe ich auch nicht weiter recherchiert.
Als Gegenspieler zu BASE kommt für mich Vodafone in Frage, da ich dort bereits früher Kunde war und eigentlich keine negativen Erfahrungen gemacht habe. Allerdings ist Vodafone preislich schon immer eher im oberen Segment angesiedelt gewesen und die Tarifstruktur ist dort extrem starr. Dafür profitiert man von einer eindeutig besseren Netzversorgung und -qualität, was für mich als exzessiven Smartphone-Nutzer natürlich besonders wichtig ist.
Also stellen wir mal einen Vergleich zwischen dem Ist-Zustand und den beiden Wettbewerbern an.
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| Tarif |
Time & More 150 Web Edition |
Mein BASE |
SuperFlat Internet Mobil |
| Optionen |
Handy Internet Flat |
SMS Allnet Flat, Allnet Flat 50, Internet Handy Flat |
MinutenOption 60 |
| Leistung |
| Telefonie |
150 All-In-Einheiten (Telefonie sowie SMS) |
30 Min. zu BASE, 50 Min. in andere Netze |
Flat ins VF-Netz, 60 Min. in andere Netze |
| SMS |
150 All-In-Einheiten (Telefonie sowie SMS) |
Flat in alle Netze |
100 SMS in alle Netze (Online-Vorteil) |
| Internet |
Flat |
Flat |
Flat |
| Preis |
| Tarif |
20,00 EUR |
0,00 EUR |
34,95 EUR |
| Optionen |
10,00 EUR |
25,00 EUR |
5,00 EUR |
| Insgesamt |
20,00 EUR |
25,00 EUR |
39,95 EUR |
Die Preise verstehen sich logischerweise monatlich und für SIM-Only-Tarife. Etwaige Anschlusspreise sowie Bandbreitenbegrenzungen ab gewissen Volumina habe ich außen vor gelassen, da ich diese Grenzen in der Regel nicht erreiche. Bei Vodafone wären aufgrund der sehr breiten Produktpalette dieses Anbieters auch noch andere Kombinationen möglich gewesen, ich habe mich aber für die in der Tabelle aufgeführte Variante entschieden. Vom Ist-Zustaund bei E-Plus abgesehen entsprechen die Kombinationen meinem Nutzungsverhalten bzw. mein Nutzungsverhalten lässt sich auf das jeweilige Paket anpassen, sie stellen also beide einen gangbaren Weg dar.
Im Vergleich zeigt sich also, dass der aktuelle Tarif zwar die günstigste Variante ist, aber auch die geringste Inklusivleistung bietet. Da diese für das Nutzungsverhalten nicht ausreichend ist, entstehen regelmäßig Mehrkosten, wodurch ja auch der Wunsch nach einer Veränderung entstanden ist.
Wenn man nur nach dem Preis entscheiden wollte, würde die Wahl klar auf BASE fallen, da die Inklusivleistung (von den zehn Minuten Telefonie in andere Netze weniger mal abgesehen) bei niedrigerem Preis größer ist. Würde man nur nach Netzversorgung, -qualität und -geschwindigkeit entscheiden, wäre Vodafone die bessere Alternative, da ich dort nie fehlenden Empfang oder überlastete UMTS-Zellen zu beklagen hatte, was bei E-Plus respektive BASE leider gelegentlich der Fall ist. Zudem ist in der Flatrate für das mobile Internet bei Vodafone auch gleich eine Tarifoption zur Nutzung von Blackberry-Endgeräten enthalten.
Zur Übersicht eine Zusammenfassung der Argumente:
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| Pro |
Preis |
Preis, sehr gute Inklusivleistung, sehr flexibel |
Gute Inklusivleistung, Netzqualität |
| Contra |
Inklusivleistung, unflexibel, Netzqualität |
Netzqualität |
Preis, sehr unflexibel |
Auch nach diesem Vergleich müsste BASE eigentlich als klarer Sieger hervorgehen, denn dieser Anbieter hat die meisten Pros bei den wenigstens Contras. Mein Problem bei der Entscheidungsfindung liegt nun in der Gewichtung der einzelnen Argumente. Zu diesem Zweck habe ich mir ein einfaches Punktesystem ausgedacht.
| Kategorie |
Punkte |
+/- |
| Preis |
10 |
|
| Inklusivleistung |
20 |
5 |
| Flexibilität |
30 |
5 |
| Netzqualität |
50 |
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Die Kategorien „Inklusivleistung” und „Flexibilität” können fallweise noch um fünf Punkte auf- oder abgewertet werden. BASE halte ich z. B. für sehr flexibel, der Anbieter erhält in dieser Kategorie also 35 Punkte. Unter „Netzqualität” fasse ich sowohl die Abdeckung als auch die durchschnittliche Ausbaustufe, ergo die Geschwindigkeit, und eben bestimmte Qualitätsmerkmale wie Auslastung und Gesprächsqualität zusammen. Vergleicht man die Anbieter auf diese Weise miteinander, erlebt man eine kleine Überraschung.
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| Preis |
+10 |
+10 |
-10 |
| Inklusivleistung |
-20 |
+25 |
+20 |
| Flexibilität |
-30 |
+35 |
-35 |
| Netzqualität |
-50 |
-50 |
+50 |
| Summe |
-90 |
+20 |
+25 |
Plötzlich ist durch die doch deutlich höhere Gewichtung der Netzqualität Vodafone der Favorit. Allerdings nur mit einem Vorsprung von fünf Punkten. Da die Netzqualität für mich am Ende doch das ausschlaggebende Kriterium ist, ich meine Rufnummer aber keinesfalls verlieren möchte, sollte ich also einen Anbieterwechsel zu Vodafone anstreben. Sehr schön kommt auch die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Tarif zur Geltung.
Unter dem Gesichtspunkt, dass BASE vor kurzem auf Twitter verkündet hat, dass man den UMTS-Netzausbau forcieren möchte und so ein Anbieterwechsel sowieso erst zum Ende der Laufzeit möglich ist, kann ich die Entwicklung im Netz von E-Plus noch gut sechs Monate beobachten und dann eine endgültige Entscheidung treffen. Im Moment würde meine Wahl aber auf Vodafone fallen.
Die beiden anderen Netzanbieter, T-Mobile und O2, sind für mich überings nicht interessant und haben daher hier auch keine Beachtung gefunden. In der Tariflandschaft von T-Mobile finde ich für mich überhaupt keinen zufriedenstellenden Kompromiss und mit O2 habe ich noch gar keine Erfahrungen gemacht, allerdings von Freunden und Bekannten bisher nur schlechte Meinungen gehört. So ein Überraschungsei kommt auf keinen Fall in Frage.