Mittwoch, 9. Juni 2010 von Fabian Zille
Dass ich ein exzessiver Nutzer neuer Techniken bin, dürfte den regelmäßigen Lesern dieses Blogs klar sein. Doch seitdem ich ein iPhone benutze, ist das Gefühl, ständig mit der ganzen Welt verbunden zu sein, bei mir erst richtig präsent geworden. Ein sehr schönes Beispiel um dies zu verdeutlichen, ist das Lesen von RSS-Feeds sowohl unterwegs als auch daheim am Desktop. Natürlich möchte man die Quellen synchron halten, also werden die einzelnen Feeds durch den Google Reader verwaltet.

MobileRSS auf dem iPhone
Auf dem Desktop lese ich die Beiträge im
FeedDemon, auf meinem Smartphone ist zur Zeit noch
MobileRSS das Tool der Wahl, allerdings gibt es einige Kritikpunkte (häufige Abstürze z. B.), die mich zur Zeit nach einer neuen App suchen lassen.
Mit meinen Freunden und Bekannten, die ebenfalls ein iPhone nutzen, bleibe ich über Ping! oder lieber WhatsApp in Kontakt. Und das sogar häufiger als bei Nutzern eines anderen Smartphones, bedingt durch den Umstand, dass die Dienste zwar ähnlich wie die guten alten SMS funktionieren, im Gegensatz zu diesen aber kostenlos sind. Um meine Timeline auf Twitter zu aktualisieren oder zu sehen, was gerade so in der Welt passiert, nutze ich Echofon, was mich praktischerweise auch gleich per Push Notification über @Mentions informiert. Auf dem Desktop übernimmt diese Aufgabe überings TweetDeck.

TweetDeck als Desktop-Client
Natürlich darf auch das Blog nicht zu kurz kommen, schließlich möchte man vielleicht mal einen Eintrag schreiben oder es gibt Kommentare zu verwalten. Diese Aufgabe übernimmt der WordPress-Client, der bisher gute Dienste geleistet hat. Bleibt als weiteres Mittel der Kommunikation noch die E-Mail, die sich über den bereits auf dem Gerät vorhandenen Client wunderbar lesen und schreiben lassen.
Da wirken Kontaktaufnahmen per Telefon oder SMS fast schon altbacken, obwohl auch diese noch regelmäßig stattfinden. Doch je mehr Menschen ein Smartphone mit den oben genannten Funktionen nutzen, desto seltener hört man auf den herkömmlichen Wegen etwas von diesen Leuten. Denn schließlich ist die Kommunikation über eine der New-Media-Apps günstiger, wirkt irgendwie direkter und ist natürlich mehr „state of the art”.

Echofon als mobiles Pendant zu TweetDeck
Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Gefühl der ständigen Erreichbarkeit über diese Menge an Kanälen, das ständige Verbundensein mit der (gefühlt) ganzen Welt, für jemanden, der diese Techniken nicht in die Wiege gelegt bekam und mit ihnen zuerst als Spiel- und später als Werkzeug aufgewachsen ist, unangenehm oder vielleicht sogar bedrohlich wirken mag. Doch für mich ist es das Nonplusultra an Kommunikation und kann eigentlich nicht weit genug gehen.
Natürlich darf man dabei nicht die Gefahren vergessen, die durch solch eine Situation der Vernetzung und ständigen Verbundenheit entstehen. Daher sollte man vorher immer abwägen, welche Informationen man zu welcher Zeit über sich selbst und sein Umfeld preisgibt. Vor kurzem gab Sascha Lobo in einer Diskussionsrunde dafür ein gutes Beispiel. Sinngemäß sagte er dort, dass man alles was man im Netz tut, als veröffentlicht betrachten und auch damit leben können sollte, wenn es am nächsten Tag auf der Titelseite einer Zeitung erscheint.

Der WordPress-Client
Beachtet man diesen Grundsatz, kann man bald relativ gefahrlos das Gefühl genießen, die Welt ständig in seiner Hand zu halten und jederzeit Verbindung mit fast jedem Menschen auf dieser aufnehmen zu können. Natürlich ist das völlig übertrieben aber es beschreibt die Faszination, die Smartphones und überhaupt fast alle modernen mobilen Devices auf die Generation der Digital Natives ausüben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sie fast unwiderstehlich ist und man einfach auf der Welle mitschwimmt. Nur das Nachdenken sollte man an manchen Stellen auch über die Begeisterung eben nicht vergessen. Und schließlich gibt es an jedem Gerät noch immer einen Knopf, Schieber oder Regler, der einen ganz schnell wieder alleine sein lässt.